Weil der Gemeinde Altstätten (SG) die 30 Franken pro Tag, für die Unterbringung von Funny in der Tierpension Tannenhof zuviel war, liess man die Hündin von einem pensionierten Wildhüter abholen und erschiessen. Dies nachdem dieser Hund erst wenige Tage zuvor streunend aufgegriffen und von der selben Gemeinde der Tierpension zugeführt wurde.

(C) by Tierpension Tannenhof
Einmal mehr wurde das Recht der Tiere mit Füssen getreten. Über Hunde darf „erst“ nach 2 Monaten nach Auffinden verfügt werden. Funny war aber erst seit Ende Mai in der Pension, nachdem sie dort herren- und chiplos abgegeben wurde.
Wegen 30 Franken pro Tag?
Die Frist, innert der die Gemeinde für Funny zahlen musste, wäre ja schon vorbei gewesen, meinte Tierpension-Leiter Lehnherr: «Wir hätten Funny natürlich weiterhin bei uns behalten, ohne weitere Kosten für die Gemeinde. Die lustige 1- jährige Hündin hätte man problemlos weitervermitteln können.»
Doch dies sei hier gar nicht zur Diskussion gestellt. Wie kommt eine Gemeinde dazu, sich über bestehende Gesetzte hinweg zu setzten?
Statt nach den gesetzlichen vorgeschriebenen 60 Tagen, wurde die Hündin bereits nach 9 Tagen aus der Pension abgeholt. Anscheinend genau zu dem Zeitpunkt, als der Leiter der Station nicht anwesend war. Man teilte den Mitarbeitern der Tierpension nicht mit, was mit dem Hunde geschehen soll, sondern liess sie vielmehr im Glauben, man habe einen neuen Platz für Funny gefunden.
Der Schütze, der amtliche Tierschutzbeauftragte der Stadt Altstätten (ein pensionierter Wildhüter), hätte eigentlich auch wissen müssen, dass hier etwas Gesetzwidriges in seinem Auftragsbuch steht. Dennoch führte er den Tötungsauftrag an Funny durch. Die Altstätter Behörde deckt anschliessend sogar diese verabscheuungswürdige Tat.
Weiter hätte die Hündin nach der Frist von 60 Tagen eingeschläfert, nicht aber erschossen werden dürfen. Dies stellte Lukas Berger STS (Schweizer Tierschutz) im Interview mit der Berner Zeitung fest.
Der Stadtverwaltung scheint es nun aber ein grosses Anliegen zu sein, ihre Tat zu verharmlosen.
Auf der Homepage der Gemeinde ist auf der Frontseite das Thema Findelhund eingefügt worden.

(C) by Gemeinde Alstätten
Wer nun glaubt eine Entschuldigung zu lesen, sieht sich aber getäuscht, vielmehr liest man aus den Worten, dass man sogar noch glaubt im Recht zu sein.
Der Stadtrat informiert
Findelhund
Die Tötung des Findelhundes Funny erregt Aufsehen. Die Stadt Altstätten ist mit dem Tierschutzverein Rheintal im Gespräch.
Die Kantonspolizei St. Gallen griff am Sonntag, 24. Mai 2009, in Altstätten einen streunenden Hund auf. Sie wollte ihn im Tierheim Diepoldsau platzieren. Dieses Heim nimmt grundsätzlich keine Findelhunde auf. Der Hund wurde deshalb dem Tierschutzverein Rheintal übergeben, deren Mitarbeiterin ihn in der Tierpension Tannenhof in Walzenhausen platzierte.
Da der Hund weder gechipt noch gelöst war, konnte der Halter nicht ausfindig gemacht werden. Zudem hat er sich bis heute nicht gemeldet.
Am 2. Juni 2009 holte der Tierschutzbeauftragte der Stadt Altstätten, welcher über 20 Jahre erfolgreich als kantonaler Wildhüter tätig war und dabei die Verantwortung für viele Tiere trug, den Hund in Walzenhausen ab und tötete ihn.
Die Stadt Altstätten ist mit dem Tierschutzverein Rheintal im Gespräch. Ziel ist es, in Zukunft eine engere Zusammenarbeit anzustreben.
Hier hat man wohl das Thema verwechselt. Es geht nicht um die Zukunft, es geht um den Fall Funny. Hier wurde wissentlich das Gesetz verletz und man stellt es sogar noch als richtig hin. Wenn mehr als 20 Jahre so gehandelt wurde, stellt sich die Frage, ob es sich nicht lohnen würde, diese Jahre etwas zu durchleuchten.
Noch mehr mag diese Einstellung verwundern, da der Stadtpräsident Daniel Bühler (FDP) und die Mehrheit des Stadtrates, von der selben Partei stammen. Wer sich durchliest im Portrait dieser Stadt, sieht auch, dass es wohl einen Natur und Landschaftsbeuaftragten gibt (ebenfalls FDP), aber niemanden der sich der Sache Tier annimmt oder gar ein Projekt, welches sich um Tiere kümmert. Vielmehr klebt man am Titel Energiestadt, der auch besser vermarktet werden kann.
Es kann aber auch an den Richtlinien liegen die Markus Rohner (Präsident von a-plus) auferlegte. Hier lesen wir nämlich unter Artikel 9 des Leitbild.
a plus will in der Stadt Altstätten beitragen zur finanziellen Gesundung des öffentlichen Haushaltes, bekämpft eine allzu hohe Verschuldung und verlangt eine effiziente Stadtverwaltung, die mit einem klaren Leistungsauftrag arbeiten soll.
Da fallen natürlich die 30 Franken pro Tag für ein Tier ebenso darunter. Ein Schuss kostet schliesslich weit weniger.
Ich, als Hund, kann nur hoffen, dass der STS nun einmal am Ball bleibt und sich nicht mit „wir werden in Zukunft…“ etc. abspeisen lässt. Aber wahrscheinlich hoffe ich vergebens.
Aber der Hinweis auf den am 16 Juni 2006 und seither nicht geänderte Forderungskatalog der FDP St.Gallen, lässt aufhorchen, fordert doch genau diese Partei..
Forderungen und konkrete Massnahmen
Null-Toleranz bei Gewalt und kriminellen Handlungen.
Der Vandalismus im öffentlichen Raum ist zu bekämpfen.
Kriminelle Handlungen sind konsequent und rasch zu verfolgen.
Die sichtbare Präsenz der Ordnungskräfte auf dem Lande und in den Städten ist zu erhöhen.
Jeder muss, im Sinne eines Nachbarschaftsdienstes, Verantwortung wahrnehmen.
Mit einem lieben Wau.. Nala, die froh ist, nicht im Städtchen Altstätten zu wohnen.
Was kann man tun um zu helfen. Funny ist leider nicht mehr zu helfen, sie ist tot. Erschossen, ein Problem, eine Sache ist erledigt. Auf Seite der Tierpension Tannenhof geht die Sache aber weiter. Wir bitten alle Leser, sich auch diese WEB-Seite anzusehen Link >>>
